Dokumente mit Latex erstellen

Vielleicht hast du schon mal von Latex gehört. Und selbst, wenn nicht, erfährst du hier alles über Latex, die Vorteile es zu benutzen und wie du es erlernen kannst.

Wer kennt das nicht man hat sein Word-Dokument forma­tiert fügt noch ein Bild ein und das ganze Layout ist zerstört. Wir stellen dir hier eine Alter­na­tive vor, bei der das nicht passiert. Wir zeigen dir hier, wie die “Mark-up Language” Latex funktio­niert, die speziell für das Erstellen von Dokumenten entwi­ckelt wurde. Außerdem zeigen wir dir, wie du Formeln und Diagramme darstellen kannst. Am Ende haben wir noch nützliche Links für Editoren und Lernpro­gramme zusammengestellt.

Wie funktio­niert Latex?
Nehmen wir einmal an, du möchtest ein Wort als Fett auszeichnen. In Word würdest du das Wort markieren und F drücken. In Latex musst du das Wort in einen Befehl einbetten:
\textbf{hallo}
Hier siehst du die Ausgabe von Hallo und \textbf{Hallo}.

Beispiel für die Ausgabe von Hallo und \textbf{Hallo} (erstellt mit LaTeX Base).

Das bedeutet das, was du in Latex schreibst, sieht nicht so aus, wie die spätere Ausgabe. Hast du deinen Quell­text fertig erstellt, lässt du einen CompilerEin Compiler (von: englisch compile‚ ‘zusam­men­tragen’) ist ein Compu­ter­pro­gramm, das Quell­codes einer bestimmten Program­mier­sprache in eine Form übersetzt, die von einem Computer (direkter) ausge­führt werden kann. über deine Text laufen, der dir deinen Text in ein pdf umwan­delt. Ähnli­ches gilt für Formeln. Möchtest du zum Beispiel die pq-Formel ausgeben lassen, dann musst du zuerst in den “Mathe-Modus” wechseln, indem du z.B. deinen Befehl für die Formel in $-Zeichen einbettest.

Hier siehst du die Ausgabe von pq-Formel: $x = -\frac{p}{2} \pm \sqrt{(\frac{p}{2})^2 - q}$.

Beispiel für die Ausgabe von pq-Formel: $x = -\frac{p}{2} \pm \sqrt{(\frac{p}{2})^2 — q}$ (erstellt mit LaTeX Base).

Wie du siehst, musst du dich erstmal in die Syntax reinar­beiten, um komple­xere Formeln darstellen zu können. Wir empfehlen dir erstmal drauf los zu schreiben und gegebe­nen­falls die Befehle zu recher­chieren, die du benötigst.

Warum Latex und nicht Word o.ä.?

Insbe­son­dere in der Mathe­matik und den Natur­wis­sen­schaften erleich­tert LaTeX das Anfer­tigen von Dokumenten. Es ist wesent­lich einfa­cher Formeln einzu­fügen, da man nicht mit einem Forme­leditor arbeiten muss, sondern die Formeln in Syntax­form direkt in den Text eingeben kann. Die meisten Editoren schlagen während der Eingabe sogar mögliche Syntax­be­fehle vor.

Manche Umgebungen unter­stützen insbe­son­dere Unicode. Damit können Umlaute und weitere Zeichen wie zum Beispiel das Mikro-Zeichen µ (Mü) oder das Gradzei­chen ° direkt im Quell­text verwendet werden. Es ist auch wesent­lich einfa­cher, den Überblick über Dokument zu behalten. Darüber hinaus kann man das Layout sehr einfach im Nachhinein ändern bzw. anpassen. Du kannst Latex beson­ders gut nutzen, um Abschluss­ar­beiten, Proto­kolle oder Muster­lö­sungen für Übungen zu erstellen.

 

Prakti­sches Beispiel

Für ein Beispiel kannst du auf diesen Link klicken. Schaue dann erstmal, was du links bzw. rechts siehst. Was fällt dir auf?

Hier haben wir noch zwei kleine Aufgaben für dich zusammengestellt.

Aufgabe 1)

Schau mal, ob du eine Liste findest und beobachte was passiert, wenn du statt itemize enumerate einsetzt.

Auflö­sung

Ersetzt man das Wort itemize durch enume­rate, wird aus der unumme­rierten Liste ein numme­rierte Aufzählung.

Aufgabe 2)

Schaue dir die Formel an und tausche die Unend­lich-Zeichen gegen eine 2 aus.

Tipp

Ein kleiner Tipp: du musst auch die \ entfernen.

Auflö­sung

$\frac{1}{2\pi}\int_{2}^{2}e^{-\frac{x^2}{2}}dx$

Dir wird aufge­fallen sein, dass das Dokument anfängt und endet. Zwischen dem begin- und dem end- Befehl wird der Text geschrieben. Ganz oben steht die Dokument-Klasse, in der du unter anderem das Format, die Schrift­größe o.ä. angibst. Darunter werden Erwei­te­rungs­pa­kete geladen, um die Funktionen von Latex zu erwei­tern. Für Mathe­for­meln benötigst du Beispiels­weise das Package amsmath.

Jetzt hast du schon mal einen ersten Eindruck von Latex bekommen. Probiere nun zum Beispiel mal aus, die nächste Übungs­auf­gabe, die du bekommst, nicht auf Papier, sondern mit Latex aufzuschreiben.

Wie lernt man Latex?
Am besten lernst du Latex, indem du einfach anfängst. Wie genau die Syntax aussieht oder welche Packages du brauchst, musst du dann im Internet recher­chieren. Es gibt auch ein paar Websites, auf denen du die Grund­lagen oder Grund­be­fehle sehen kannst:
Wie instal­liere ich Latex?

Die LaTeX-Software besteht aus den TeX/LaTeX-Programmen, Schriften, Skripten und Zusatz­pro­grammen. Der einfachste Weg, um die LaTeX-Software zu instal­lieren, ist eine Distri­bu­tionEine Distri­bu­tion ist eine Zusam­men­stel­lung von Software-Kompo­nenten, die als Komplett­paket weiter­ge­geben und unter­stützt (technisch betreut) wird. zu wählen. Diese instal­liert alle notwen­digen Programme und die gebräuch­lichsten Zusätze. Oder du benutzt Online Angebote.

Unsere persön­liche Empfeh­lung ist Overleaf (Share­LaTeX). Du musst dich für diesen Online-Editor zwar regis­trieren, aber er bietet viele Vorteile, wie zum Beispiel, dass du gemeinsam mit Kommilitonen/Kommilitoninnen an Latex-Projekten arbeiten kann. Außerdem gibt es viele Vorlagen, die du nutzen kannst, um Hausar­beiten. Präsen­ta­tionen und vieles mehr zu erstellen. Zusätz­lich bietet Overleaf eine Hife-Seite an, auf der du dich über Latex im Allge­meinen oder spezi­fi­schere Themen infor­mieren und viele Befehle nachschlagen kannst.

Eine Liste von Editoren, Distri­bu­tionen, etc. findest du hier.

Du kannst dir mit Latex Stunden- oder Wochen­pläne erstellen:

Du kannst Latex auch nutzen, um Muster­lö­sungen zu erstellen oder Übungs­auf­gaben zu lösen:

 

Auch Tabellen (zum Beispiel RX-Sperr­ta­bellen) oder SQL-Anfragen lassen sich mit Latex erstellen:

Du kannst auch Diagramme, wie zum Beispiel ein ER-Diagramm oder B‑Bäume, erstellen:

 

Dieser Beitrag stammt aus dem Blog “SUMO — Studier- und Medien­kom­pe­tenzen Online”.